Osterritt 2026: Besuch des Altenberger Doms und Schloss Burg im Bergischen Land ab Meckenheim

Der „Osterritt 2026“ des Bürgervereins Meckenheim lockte am Samstag, den 28. März 2026 rund 90 Mitglieder an, die sich um 09:00 Uhr am Preuschoff-Parkplatz auf zwei Jablonski-Busse verteilten, die vom Chef selbst und seinem Schwager chauffiert wurden. Das Ziel waren diesmal die „Wahrzeichen des Bergischen Landes“ – der Altenberger Dom und Schloss Burg.

 

Obwohl noch März und vor der Frühjahrszeitumstellung spielte Petrus als im christlichen Kontext fürs Wetter zuständig eine für uns unbequeme Rolle, indem er uns zu unserem eigentlich sonnig-fröhlich gestimmten Ausflugstag typisches Aprilwetter mit heftigen und manchmal auch milderen Schauern, Wind und nur sporadischen Sonnensichtungen verunsicherte.

Wohl denen, die sich mit wetterfester Kleidung und Schirmen auf die heute ja nicht nur aufs Wetter beschränkten unsicheren Zeiten eingestellt hatten. Aber dieses Wetter zeigte auch jedem von uns, warum es in der Region einen uralten Spruch gibt, der das Bergische Land authentisch charakterisiert: „Entweder regnet es, oder die Glocken läuten“. Das heißt ins Neudeutsche übersetzt „im Bergischen lassen die aus Westen kommenden Wolken beim Aufstieg von der Kölner Bucht ihr Atlantikwasser in z.T. heftigen Regenschauern ab und in jedem Ort stehen Kirchen, die mit ihrem Geläut den Menschen auf dem Lande und in der Stadt die Tageszeit anzeigen“.

Und diese Erkenntnis hat auch dazu geführt, dass die Fachwerk-Häuser im Bergischen früher vor allem an der West-Wetter-Seite mit schwarzem Schiefer abgedeckt sind, wie wir das bei Hin- und Rückfahrt sehen konnten. Unsere nächste Erkenntnis war, dass wir zwar durch „bergiges“ Land fuhren, aber dass der Name „Bergisches Land“ einen völlig anderen Ursprung hat, nämlich von dem Herrschergeschlecht der Grafen und später Herzögen von Berg, die zuletzt ihren Stammsitz im „Dorf an der Düssel“ hatten, der heutigen Landeshauptstadt Düsseldorf und damit übrigens nicht in der älteren und größeren Stadt Köln, die Bundeskanzler Adenauer damals bei der Gründung von NRW ausdrücklich bevorzugt hatte.

Nun liegen aber in diesem Bergischen Land einige touristische Kleinode, von denen wir heute zwei besuchen konnten. Zunächst den Altenberger Dom in der Gemeinde Odenthal am Flüsschen Dhünn, der das größte Westfenster einer Kirche nördlich der Alpen aufweisen kann und gerade mal 11 Jahre nach Grundsteinlegung des Kölner Doms (1248) von den Zisterziensern gegründet und knapp 150 Jahre später vollendet wurde. Nach der Napoleonischen Säkularisierung 1803 wurde das Kloster aufgelöst und u.a. an einen Fabrikanten verkauft, der mit Hilfe der Wasserkraft der Dhünn Farben auf chemischer Basis herstellte, bis die Fabrik im November 1815 in die Luft flog und nicht nur das Klostergebäude in Schutt und Asche legte, sondern auch die rechte Seite und das Dach des Doms zerstörte. Diesen Zustand erlebte der preußische Thronfolger 1835 und erreichte, dass das preußische protestantische Königshaus den Dom wieder aufbaute mit der Maßgabe, dass ab 1857 der Dom von Katholiken und Protestanten im Verhältnis 3:1 simultan genutzt werden konnte.

Heute ist Altenberg ein Ort der Ökumene, an dem auch einmal im Jahr Gottesdienste für Motorbiker und auch Soldaten stattfinden. Vom Altenberger Dom waren es nur wenige Kilometer meist bergauf zum Schloss Burg, wo wir aufgeteilt in mehrere Gruppen erfahren haben, dass diese Burg absolut kein historisches Altertumssiegel erhalten kann, sondern eine Art „Geburt des Wilhelminischen Historismus“ ist. Also wurde dort, wo die alte Burg gestanden hat und im Laufe der Zeit total ohne baulich-historischen Nachweis verfallen ist, vor ca. 120 Jahren in einer Art „Mittelalter-Hype“ etwas ganz Neues aufgebaut und sogar vor einigen Jahren mit Millionenaufwand renoviert.

Übrigens sind wir nach liebevoller Vorbereitung und perfekter Organisation durch Brigitte Schneider und souveräner Fahrweise der Jablonski-Busse genau nach Plan wieder in Meckenheim gelandet – bei immer noch Aprilwetter im März, aber mit Vorfreude auf den Osterritt 2027!
Text: Rügge